Eins vorweg: Es gibt neue Bilder in der Galerie
Und nun zum Geschäftlichen… nachdem am Dienstag aufgrund extrem schlechten Wetters unser Flug leider ausgefallen ist – in einer Gewitterfront lässt sich’s nunmal sehr schlecht fliegen – ging es am Mittwoch mal wieder nach Mengen runter; diesmal mit zwei Kollegen an Board. Da die beiden bisher noch weniger Flugstunden haben als ich, hab ich ihnen den Vorrang bezüglich Ab- und Anflug von und nach Stuttgart gelassen.
Eigentlich war das der Tag mit der geringsten Flugzeit bei mir: Insgesamt nicht einmal eine ganze Stunde. Trotzdem war es zugleich der Tag, der mich bisher am meisten geprägt hat. Als ich an der Reihe war, drehte ich erstmal vier Platzrunden mit Fluglehrer zusammen, wobei er diesmal allerdings kaum etwas gesagt hat, sondern mir alles eigenverantwortlich überließ. Nach der vierten Landung hieß es dann schließlich: “So, roll mal zurück und lass mich da vorne aussteigen. Die nächsten drei machst du alleine.”
Oha! Nun war’s also soweit. Schluck.
Beim Rollen zur Piste nochmal einen kurzen Blick nach rechts geworfen… ja, ich sitze wirklich allein in dem Bock drin. Na ja, zum Nachdenken bleibt keine Zeit, rauf auf die Piste, vorher im Turm nochmal eben bescheid sagen, aufstellen, kurz tief durchatmen… Vollgas, Bugrad anheben, kurz warten. Ich bin soeben alleine gestartet. Ja verdammt! Kurze Zeit später schon auf Platzrundenhöhe, eindrehen in den Gegenanflug, Nase horizontal und Geschwindigkeit aufholen. Puh, bis hierher ging alles gut, jetzt nochmal ein paar Sekündchen durchatmen und das Gefühl genießen. Weiter gehts. Vergaservorwärmung an, Drehzahl 1800, Nase oben halten, um Geschwindigkeit abzubauen. Ich greife nach unten zum Klappenhebel und setze die erste Klappenstufe. Einen kleinen Augenblick will die Nase nach oben, was ich durch Drücken am Steuerhorn verhindere. Gleich gehts in den Queranflug. Drehzahl 1500, Maschine sinken lassen und nach links eindrehen. “Delta Lima Yankee, Queranflug Zwo-Sechs”, höre ich mich sagen. Nächste Klappenstufe, ich spüre, wie die Maschine weiter abbremst. Nochmal eine Linkskurve und ab in den Endteil. Höhe passt, Ausrichtung passt, die Piste kommt näher. Ein prüfender Blick auf die Instrumente, Vergaservorwärmung ist an, Klappen auf 2, Geschwindigkeit etwa 65 Knoten, Anflug nicht zu steil und nicht zu flach, 5 Meter, 4 Meter, 3 Meter… Nase anheben, Gas auf Leerlauf, noch etwas mehr am Höhenruder ziehen, um das Bugrad oben zu halten und eine halbe Sekunde, die sich wie eine halbe Stunde anfühlt, warten. Ich höre das Hauptfahrwerk quietschen, kurz daraufhin das Bugfahrwerk. Eine bekannte Stimme über Funk: “Na dann sag ich herzlichen Glückwunsch!” Ein kurzes Dankeschön von mir zurück während ich die Klappen wieder einfahre und die Vergaservorwärmung abstelle. Wieder Vollgas und auf zu den nächsten beiden Runden. Der Puls beruhigte sich nun wieder deutlich.
Knapp 10 bis 15 Minuten später bin ich wieder am Boden und rolle zur Abstellfläche. Avionics off, Mixture Cut off, Landing Light off, Beacon off, Master Switch Off, Magnetos off and Key out. Gegen das folgende Grinsen konnte ich mich nicht wehren als ich ausstieg, mir mein Fluglehrer schon entgegen kam, seine Hand hob und wir abklatschten. Yeah!
Hour Building