“Läuft…” – das ist schon fast meine Standard-Antwort, wenn man mich nach meiner Ausbildung fragt.
“Und? Was macht die Ausbildung?” “Ja… läuft.” Sehr gesprächig war ich ja noch nie, aber wenn man regelmäßig von einer Menge Leute gefragt wird, was die Ausbildung macht, hat man irgendwann einfach keine Lust mehr, jedem das Gleiche zu erzählen. Sonst bräuchte ich ja diesen Blog auch nicht, gell?
Wie schon die Tage davor, bestanden die Flüge von letzter Woche aus Starts und Landungen in Einheit mit Platzrunden in Mengen, Tannheim, Friedrichshafen und Donaueschingen.
Hier auch noch der Hinweis auf meine Flugstatistik, welche man rechts unter “LINKS” finden kann. Dort sieht man zum Einen, die verschiedenen Flugplätze, die ich in meiner fliegerischen Karriere angeflogen habe und wie viele Flugstunden ich inzwischen insgesamt zusammen habe. Nur eines fehlt: Die Starts und Landungen. Mittlerweile habe ich knapp über 100 und es wird einfach jedes Mal besser und einfacher.
Vergangenen Samstag haben wir mit dem 1. Teil des Meteorologie-Unterrichts angefangen. Sehr trocken, sehr anspruchsvoll und leider auch sehr wichtig, damit wir mit unseren Kolbenschüttlern nicht plötzlich von irgendwelchen Wetterbedingungen konfrontiert werden, welche uns alles andere als vertraut sind. Allerdings wird durch den Met-Unterricht auch die Brücke zur Flugplanung geschlagen. Es fließt also alles irgendwie zusammen, so wie die Meridiane an den Polen und die Radiale an den VORs. Ja, treffender hätte es selbst Reich-Ranicki nicht formulieren können. Allerdings hat der gute Mann ja eine Abneigung gegen das Wörtchen “Zwo”, mit dem man das Wort “Zwei” zwecks besserer Verständlichkeit ja ersetzen kann.
Damit sind wir auch schon beim Thema Funkzeugnis, von dem wir vergangenen Samstag auch wieder eine kleine Session eingelegt haben. Joa, das macht mir jetzt schon ziemlich spaß
Scheint mir auch ganz gut zu liegen, wobei das alles im Prinzip ja immer nur aus Nachplappern besteht. Egal. Laut meinem FI soll ich noch zwei, drei Mal zum BZF-Unterricht kommen und dann kann ich die Prüfung machen. Wilco!
Heute ging es übrigens runter nach Freiburg. Dort hab ich mit meinem Entertainment-System namens Dirk noch vier Platzrunden gedreht, bevor ich dann meinen Cross-Check durch den Flugschulleiter Herrn Harter bekam. Das bedeutet im Klartext, dass wir erneut drei Platzrunden drehten und ich nun zum ersten Mal in der Ausbildung mein Können unter Beweis stellen musste.
Die Platzrunden an sich waren allesamt gut, auch die Anflüge. Die erste Landung hingegen hätte besser sein können, weil ich aus Versehen das Gas beim Abfangen nicht vollständig auf Leerlauf gezogen habe. Folge war, dass die Maschine erst wieder aufschwebte und schließlich noch einmal auf der Piste hüpfte. Neuer Versuch, neues Glück, also Klappen rein, Vergaservorwärmung aus, Vollgas und wieder auf Platzrundenhöhe steigen. Im Gegenanflug bekam ich noch den Hinweis, mehr darauf zu achten, die Centerline zu treffen, was bei dem gegebenen Wind allerdings etwas schwierig war. Im Endanflug empfohl mir “Onkel Udo” noch, das Flugzeug etwas nach oben zu trimmen, was bei der Landung wahre Wunder bewirkte, da der Steuerdruck bei der Landung natürlich viel geringer wurde. Sehr schön! Das werd ich ab jetzt immer machen 
Die dritte und letzte Landung hat mir dann von allen auch am besten gefallen. Zum Schluss gab’s noch etwas Feedback: Ich solle das Bugrad beim Touch-And-Go etwas mehr entlasten und beim Rollen weniger Gas stehen lassen. Kein Problem, mach ich doch glatt.
Zum Schluss bekam ich dann noch die schriftliche Freigabe, dass ich ab jetzt auch solo fliegen darf
Daraufhin ging es noch auf einen kurzen Abstecher nach Bremgarten, etwas südwestlich von Freiburg, nahe der französischen Grenze. Inzwischen hatten wir auch das Flugzeug gewechselt, da unsere Cessna 172 “Charlie Delta” für einen weiteren Checkflug eines anderen Schülers benötigt wurde. Also drehten wir in Bremgarten noch ein paar Runden mit einer Piper 28, der “Lima Yankee”. Das war dann wieder ein völlig anderes Gefühl, bin ich doch nur bei meinem Einführungsflug Piper geflogen und sonst bisher während der gesamten Ausbildung ausschließlich Cessna 152 und 172. Aber man gewöhnt sich doch recht schnell an den Bock.
Morgen wirds dann ernst, wenn ich für das erste Solo fällig bin.
Dann heißt es wieder: “Freiburg Info, die Delta Echo Golf Charlie Delta, Cessna 172 VFR Schulflug 5 Minuten vor dem Platz für Platzrunden”
Oh, I feel so alive!
Hour Building